Oxford, Großbritannien, 10. Dezember 2020 – Als Disclosure 2013 mit ihrem Album „Settle“ die elektronische Musikszene auf den Kopf stellte, präsentierte das Duo aus Surrey, Großbritannien, der Welt einen völlig neuen Stil cluborientierter Tanzmusik, der sich durch geschmackvolle Kollaborationen, mitreißende 808-Sequenzen und ein brillantes, kompromissloses Gespür für Pop auszeichnete. Sieben Jahre später kehrt das Duo mit seinem dritten Album „ENERGY“ zurück – einer frenetischen und doch perfekt ausgearbeiteten Sammlung von 11 Tracks, die dazu bestimmt sind, zukünftige Klassiker auf der Tanzfläche zu werden. Guy Lawrence, die „Produktionshälfte“ von Disclosure, sagt, dass der Entstehungsprozess von „ENERGY“ genauso wichtig war wie das Endergebnis – und dass er sich gefreut habe, Solid State Logic an Bord zu haben.



„Dieses Mal hatten wir eine klarere Vorstellung davon, was wir machen wollten“, erklärt Lawrence. „ENERGY“ soll nicht nur vermitteln, dass es sich um kraftvolle Jump-Up-Songs für den Club handelt; wir sprechen hier wirklich davon, wie es ist, mit Disclosure im Raum zu sein, und wollen diese Stimmung einfangen.“ Obwohl das Album knapp 45 Minuten lang ist, wurde es aus nicht weniger als 200 Songs geformt und verfeinert: „Wir wollten ein ganzes Album mit Songs machen, deren Produktion wirklich Spaß gemacht hat, und genau dieses Gefühl wollten wir im Studio einfangen“, sagt Lawrence. Während der Arbeit am neuen Album und auch im vergangenen Jahr hat sich Lawrence auf den SSL SiX SuperAnalogue™ Desktop-Mixer als ‚Frontend‘ seines mobilen Aufnahmesystems verlassen. Außerdem hat er sich einen SSL Fusion Analogprozessor für die Stem-Bearbeitung und das Mastering zugelegt.





Angesichts des enormen internationalen Erfolgs von Disclosure könnte man leicht annehmen, dass sie von einer ganzen Armee von Toningenieuren und Produzenten umgeben sind, doch diese Annahme wäre falsch: „Um ehrlich zu sein, habe ich keinen Toningenieur“, sagt Lawrence. „Im Grunde sind es nur Howard [Lawrences jüngerer Bruder] und ich, und Howard interessiert sich überhaupt nicht für die Produktion oder das Abmischen. Stattdessen konzentriert er sich auf die Akkorde, die Harmonie, die Texte und das Storytelling. Wenn man es wie bei einem Gemälde betrachtet: Howard bringt mir die Skizze, und ich darf alles ausmalen und sogar das Papier auswählen, auf dem es entsteht. Ich liebe diesen Aspekt des Prozesses.“


Solide Beats am Computer erstellen


Beim Schreiben und Produzieren hat Lawrence ein kleines, aber effektives Arsenal an Werkzeugen zur Hand. „Das meiste entsteht auf meinem Laptop“, sagt er. „Oft fange ich damit an, mit meiner 808 einen kleinen Beat zu erstellen, und lege dann auf dem Roland TB-3 oder einem ähnlichen Gerät eine Bassline darüber.“ Letztes Jahr kaufte er sich ein SSL SiX: „Da ich so viel unterwegs war, um Musik zu machen, musste ich einen Weg finden, alles in einem System zu halten und trotzdem extrem hochwertiges Audio mit so vielen Eingängen wie möglich aufzunehmen. Sobald ich das SiX sah, wusste ich, dass es genau das war, was ich brauchte.“ 


„Es kam zu einem Punkt, an dem ich ‚diesen Sound‘ schon bei der Aufnahme brauchte“, fügt Lawrence hinzu. In einer typischen Aufnahmesituation nutzt Lawrence die 6,3-mm-Instrumenteneingänge auf den Kanälen 3 und 4 für seinen 808 und seinen TB-3 sowie auf den Kanälen 5 und 6 für seinen geliebten Roland Juno 106 – ein Instrument, das seiner Aussage nach in „fast jedem Song, den Disclosure je gemacht hat“, zu hören ist. Die Kanäle 1 und 2 sind für sein Neumann U87 Ai Großmembran-Kondensatormikrofon (das für Gesangsaufnahmen verwendet wird) und sein dynamisches Shure SM7B-Mikrofon (das er oft für seine Twitch-Streaming-Übertragungen nutzt) reserviert.

„Die SuperAnalogue-Mikrofonvorverstärker des SiX sind fantastisch, und die Mikrofone klingen einfach großartig,“ 


Ein minimalistisches Setup, unbegrenzte Kreativität

Seit kurzem nutzt Lawrence den SiX nicht mehr nur für die Vorverstärkung, den EQ und die Kompression am Eingang, sondern setzt ihn auch als Summiermischer direkt am Ausgang seines Interfaces ein. „Mein Interface verfügt über L/R-Ausgänge, Kanal-3/4-Ausgänge und einen Stereo-Kopfhörerausgang, sodass das Signal perfekt durch jeden Kanal des SiX läuft. Dann nehme ich es einfach wieder in die DAW auf, nachdem ich es auf dem Hauptmix-Bus mit dem SSL G Series Bus Compressor bearbeitet habe, zusammen mit etwas Kanal-EQ, falls nötig.“ Anschließend schickt er den Stereomix über Fusion auf den Master-Bus-Insert von SiX, um ihn abschließend zu verfeinern und zu bearbeiten, bevor er seine Master-WAV-Datei erstellt: „Jetzt kann ich meine Demos buchstäblich unterwegs mastern – das ist unglaublich“, schwärmt er. „Es ist das Tüpfelchen auf dem i am Ende der Kette.“



Lawrence sagt, dass das Produzieren von Musik mit einem minimalistischen Setup aus wenigen, aber sehr hochwertigen Komponenten zu mehr Kreativität führen kann: „Manchmal arbeite ich lieber mit Einschränkungen“, sagt er.


„Es spricht einiges dafür, nur eine begrenzte Anzahl von Ein- und Ausgängen zu haben, da man dadurch gezwungen ist, kreativ zu arbeiten. Die meisten meiner Lieblingssongs wurden mit nur 8- oder 16-Spur-Recordern aufgenommen – daher gefällt mir, dass SiX intelligent konzipiert ist und mich dazu bringt, Signale auf interessante Weise zu routen.“


Lawrence schätzt auch die Einfachheit des G-Bus-Kompressors mit zwei Reglern im Master-Bus. „Ich liebe den Kompressor mit zwei Reglern – man dreht einfach einen Regler und hört sofort, was der Kompressor macht. Er klingt genau wie ein G-Bus auf einem großen Mischpult.“ Er sagt, dass der G-Bus-Kompressor auch während der Aufnahme-Phasen häufig zum Einsatz kommt: „Wenn ich meinen TR-808 oder einen fetten 909-House-Beat aufnehme, jage ich das Signal auf dem Weg in meine DAW durch diesen G-Bus – er fügt einfach alles so schön zusammen. Den LMC-Kompressor habe ich noch nicht benutzt, aber das steht als Nächstes an!“




Alles unter einen Hut bringen

Die neueste Ergänzung im Equipment von Disclosure ist der SSL Fusion, den Lawrence derzeit über den DB 25 I/O als Insert-Kanal eingerichtet hat. „Ich finde es toll, dass der Fusion als Insert eingerichtet ist und ich ihn auf dem SiX jederzeit aktivieren kann, wenn ich ihn brauche“, erklärt er. „Ich lasse meine gesamten Mixe ganz am Ende der Signalkette durch den Fusion laufen, um meine Demos zu mastern, und ich bin absolut begeistert davon. Der ‚Vintage Drive‘-Regler kann sehr subtil eine großartige harmonische Verzerrung hinzufügen.“



Lawrences Lieblingsfunktion von Fusion ist jedoch der Violet EQ. „Ich mag es, den Violet EQ einzustellen und ihn direkt danach mit dem HF-Kompressor zu komprimieren“, sagt er. „Das funktioniert auf sehr clevere Weise, denn so kann man dem Track wieder mehr Luft verleihen und ihn unmittelbar danach mit diesem Kompressor komprimieren.“ Er schätzt auch den Stereo-Image-Regler direkt vor der Ausgangsstufe: 


„Die Mid-Side-Bearbeitung ist so genial – vor allem, wenn man einen Track mit vielen Hintergrundstimmen oder weit nach außen gepannten Handclaps hat. Das lässt einfach alles richtig strahlen.“


Da Fusion auf dem Insert-Kanal des Master-Busses seines SiX sitzt, nutzt er es auch für Gesangsaufnahmen. „Normalerweise hebe ich die Höhen um ein paar Dezibel an, wenn ich über mein Neumann-Mikrofon aufnehme“, sagt er. „Ich mag es, den Höhen etwas mehr Luft zu geben, damit ich klare Vocals habe, die sich im Mix abheben. In der elektronischen Musik, wo es so viele Hi-Hats und Shaker gibt, müssen die Vocals wirklich hervorstechen. Der Fusion – in Kombination mit dem SiX – sorgt einfach dafür, dass meine Vocals super klar klingen.“



Auch wenn die Pandemie die Tourpläne von Disclosure vorübergehend verzögert haben mag, hat sie ihre Produktivität beflügelt: „Ich fühle mich gerade unglaublich kreativ“, fasst Lawrence zusammen. „Eigentlich sollte dies ein Jahr voller Tourneen und Weltreisen werden, aber stattdessen habe ich mich in eine Situation begeben, in der ich viele neue Fähigkeiten erlernt habe – wie zum Beispiel das analoge Summieren.“ In der Zwischenzeit nimmt er sein gesamtes SSL-Set auf Herz und Nieren. „Der SiX und der Fusion werden auf jeden Fall ordentlich beansprucht, und ich nutze sie immer öfter! Ich freue mich darauf, als Nächstes die SSL Native-Plug-ins zu erkunden.“


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